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Prager Burg

Die Prager Burg ist eigentlich selbst eine kleine Stadt. Sie ist die größte Burg der Welt (570m lang und im Durchschnitt 128m breit). Hier residierten die tschechischen Könige, der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und die Präsidenten der Tschechischen Republik. Es überrascht kaum, dass die Burg die meistbesuchte Touristenattraktion Prags ist.

Prager Burg

Prager BurgDer Prager Burgkomplex erstreckt sich auf einem großen Hügel über das linke Ufer des Flusses Vltava, der durch die Altstadt Prags fließt. Der Stadtteil um die Burg herum wird Hradcany genannt. Es ist keine „klassische“ Burg, da die einzelnen Teile in verschiedenen Stilen gebaut wurden und die Burg sich eher horizontal als vertikal ausbreitet.  Im Inneren der majestätischen Burg befinden sich jedoch zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Zentral liegt die St.Vitus Kathedrale, eine interessante gotische Struktur aus dem 14. Jahrhundert, die mit faszinierenden Wasserspeiern verziert ist, die man von unten aus problemlos sehen kann. In St. Vitus gibt es reich verzierte Gräber, die die tschechische Geschichte nachvollziehen. Es lohnt sich, den Glockenturm zu erklimmen, den höchsten Punkt innerhalb der Burg. Von hier aus hat man eine fantastische Aussicht über die Burg und die Prager Altstadt. Es gibt auch noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten. Dazu gehört die „Goldene Gasse“, eine Reihe kleiner farbenfroher Läden, die ursprünglich den Palastwächtern als Häuser dienten; der  Thronsaal der Könige von Böhmen, eine große Halle, die aussieht, als habe sie sich in den vergangenen 500 Jahren nicht verändert; die herausragende St. Georgs Basilika; das tschechische Kunstmuseum und nur einen kurzen Fußweg entfernt der Lobkowicz Palast. Jenseits der Goldenen Gasse liegt der Daliborka Turm, der nach einem Adligen benannt wurde, der hier unter dem Verdacht inhaftiert war, an der Bauernrevolte beteiligt gewesen zu sein. Im Mihulka (Pulverturm) haben Alchemisten einst am Geheimnis geforscht, Metalle in Gold umzuwandeln. Es gibt auch ein Spielzeugmuseum, das eigentlich mit der Burg nichts zu tun hat, aber dennoch interessante alte und neue Spielzeuge zeigt. Der Wechsel der Palastwache ist unterhaltsam (zu jeder vollen Stunde am Haupttor) – eine etwas kleinere Version des Wachwechsels im Londoner Buckingham Palace.

 

St. Veit Kathedrale

Über der Stadt Prag thront die riesige und majestätische St. Veit Kathedrale.

Bekanntester Sakralbau und zugleich charakteristische Dominante Prags ist die Kathedrale der hll. Veit, Wenzel und Adalbert. Ihre Errichtung wurde von Kaiser Karl IV. im Zusammenhang mit der Erhebung des Prager Bistums zum Erzbistum initiiert, mit dem Bau wurde an einer Stelle begonnen, an der früher zwei andere Gotteshäuser standen. Als Baumeister der künftigen Hauptkirche des Königreichs Böhmen, einer gotischen Kathedrale französischen Typs, wurde der Architekt Matthias von Arras berufen, nach seinem Tode übernahm den großangelegten Bau der ebenso renommierte Baumeister Peter Parler aus Gmünd. Am Anfang des 15. Jahrhunderts mussten die Bauarbeiten für lange Zeit abgebrochen werden. Zu ihrer Wiederaufnahme kam es dank der Vereinigung zur Bauvollendung des St.-Veits-Domes zu Prag erst fast 600 Jahre nach der Grundsteinlegung. Am Tag der 1000. Wiederkehr der Ermordung des hl. Wenzels, an dem 28. September 1929, fand die feierliche Einweihung der Kathedrale statt. – In der St.-Wenzels-Kapelle, dem bedeutendsten Sakralraum der Kathedrale, werden die böhmischen Krönungsinsignien aufbewahrt. Doch der St.-Veits-Dom galt seit jeher nicht nur als königliche Schatzkammer, sondern auch als Königsgruft. Aus diesem Grund sind dort viele beudeutende Gestalten sowohl der tschechischen als auch der europäischen Geschichte bestattet.

Basilika des hl. Georgs und das gleichnamige Kloster

Neben dem Dom befinden sich in der Prager Burg noch drei weitere Kirchen. Die interessanteste davon ist die Basilika des heiligen Georgs aus dem Jahr 920, die bis heute ihren ursprünglichen romanischen Charakter beibehalten hat. Sie ist Bestandteil des Klosters hl. Georgs, das ein halbes Jahrhundert später gegründet wurde. In den Räumlichkeiten des Klosters sind heute die Ausstellungsstücke der Nationalgalerie untergebracht. Hier kann man sich auch die tschechische Kunst des 19. Jahrhunderts anschauen.

Kaiserlicher Pferdestall

Die Räume der Stallungen des Kaisers Rudolf des II. wurden im 20. Jahrhundert für Ausstellungszwecke umgestaltet, heutzutage zählen sie zu den modernsten Galerien in Tschechien. Hier finden prestigeträchtige Kurzzeitausstellungen statt.

Goldene Gasse

Die Wohl romantischste Stelle auf der Prager Burg und vielleicht auch von ganz Prag, ist die Goldene Gasse, wo bereits die Alchimisten des Kaisers Rudolf des II. untergebracht waren. Vor nicht so lange vergangener Zeit lebte und schrieb hier der Schriftsteller Franz Kafka. Heute kehrten in die Gasse wieder die Handwerker und Künstler zurück, deren Werke Sie sich anschauen und auch kaufen können.

Gemäldegalerie der Prager Burg

In der Gemäldegalerie sind Werke aus den berühmten Sammlungen des Kaisers Rudolf II., der ein leidenschaftlicher Kunstsammler war, ausgestellt. Bestandteil der Ausstellung sind Meisterwerke von Tizian, von Aachen und Rubens. Mehr als 100 von den insgesamt 4000 Gemälden befinden sich hier. Die Gemäldegalerie befindet sich im 2. Burghof.

Pulverturm

Der Pulverturm, der früher als Verteidigungsbestandteil mit Kanonen besetzt war, diente in der Zeit des Kaisers Rudolf des II. als alchimistisches Labor. Heute befindet sich dort eine Dauerausstellung, die der Burgwache gewidmet ist.

Geschichte der Prager Burg

Die Geschichte der Prager Burg ist eine Dauerausstellung, die Sie Jahrhundert für Jahrhundert durch die gesamte Burggeschichte und damit auch durch die Geschichte der böhmischen Länder führt. Die Ausstellung ist in dem gotischen Geschoss des Alten Königlichen Palais untergebracht, wohin Sie vom 3. Burghof auf der rechten Seite des Doms hl. Wenzels gelangen.

Reitschule

Die Barockreitschule der Prager Burg dient bereits seit langem nicht mehr der Kunst des Pferdereitens. Gegenwärtig handelt es sich um den größten Ausstellungsraum in der Tschechischen Republik und jedes Jahr finden hier einige sehr interessante Ausstellungen statt.

Lustschloss der Königin Anna

Das Lustschloss ist das am weitesten entfernte Palais der Prager Burg. Im 16. Jahrhundert hat es Ferdinand der I. für seine Gattin am Ostrand des Königlichen Gartens erbauen lassen. Das Lustschloss stellt eines der schönsten Werke der Renaissancearchitektur in Mitteleuropa dar. Das Innere ist nur zu besichtigen, wenn hier eine der zahlreichen Ausstellungen stattfindet.

 

Sitz des Präsidenten

Die Prager Burg ist der Sitz des Präsidenten der Tschechischen Republik. Es ist das historische und politische Zentrum der Stadt und des Staates. Zwei monumentale Statuen kämpfender Titanen stehen direkt am Eingang zum Burgkomplex, zu dem ein Palast, drei Kirchen, die königlichen Ställe, ein Kloster und natürlich die gepflegten Gärten gehören. 

 

WachwechselWachwechsel

Der Wachwechsel findet auf der Prager Burg zwischen 5 und 23 Uhr zu jeder vollen Stunde statt; um 12 Uhr mittags wird der Wechsel von einer Fanfare begleitet.

 

Touren durch die Prager Burg

Es gibt zwei Touren durch die Prager Burg.

Die lange Tour beinhaltet den Alten Königspalast, die Dauerausstellung „Die Geschichte der Prager Burg“, die St. Georgs Basilika, das St. Georg Kloster – Nationalgalerie, Goldene Gasse mit Daliborka Turm, Bildergalerie der Prager Burg.

Zur kurzen Tour gehören der alte Königspalast, die St. Georgs Basilika, die Goldene Gasse mit  Daliborka Turm.

 

Wie man die Prager Burg erreicht

Zu Fuß

Wir empfehlen die Metrostation ‘Malostranská’ (Linie A) als Ausgangspunkt, die sich direkt unterhalb der Prager Burg befindet. Von hier aus gehen Sie die Treppen der Alten Burg herauf (Staré zamecké schody), direkt bis zum Burgtor. Eine andere empfehlenswerte Option ist von der Kleinseite aus über die  Nerudova Straße aus: ebenfalls ein steiler Weg. Sie erreichen so den Haupteingang zur Burg.

Anfahrt mit der Tram

Wenn Sie den steilen Anstieg über die Treppen der Alten Burg lieber vermeiden möchten, können Sie eine Tram (Nr. 22) den Hügel hinauf nehmen und an der Haltestelle Pražský Hrad aussteigen.

Andere Tramhaltestellen

Královský letohrádek (Belveder) –  beginnen Sie am Königlichen Garten, dem Belveder und der Ballspielhalle, kreuzen Sie dann über den Wildgraben in den zweiten Innenhof. Der Königliche Garten und Wildgraben sind von November bis März geschlossen.

Pohořelec – laufen Sie durch Hradčany zur Burg und Sie werden am Haupteingang ankommen.

 

Eintrittspreise zur Prager Burg

Eintrittsgelder sind für einige ausgewählte Bereiche erforderlich, aber Besucher können kostenlos über das Gelände gehen und sogar den größten Teil der Kathedrale besuchen. Ein Sammelticket kann man bei der Auskunft kaufen. Planen Sie mindestens 4 Stunden für einen Besuch ein. Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website der Prager Burg.

Es gibt sechs verschiedene Tickets, die für zwei Tage gültig sind.

Ticket für einen längeren Besuch (Preis für Erwachsene 350 CZK, Ermäßigung 175 CZK, Familie 500 CZK): Veitsdom, Alter Königspalast, Dauerausstellung “Die Geschichte der Prager Burg”, St.-Georgs-Basilika, Kloster St. Georg, Nationalgalerie, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm, Gemäldegalerie der Prager Burg, Pulverturm, Palais Rosenberg.

Ticket für einen Kurzbesuch (Preis für Erwachsene 250 CZK, Ermäßigung 120 CZK, Familie 300 CZK): Veitsdom, Alter Königspalast, St.-Georgs-Basilika, Goldenes Gässchen mit Daliborka-Turm, Ausstellung “Die Geschichte der Prager Burg”, Gemäldegalerie der Prager Burg, Pulverturm, Palais Rosenberg, Großer Südturm des Veitsdoms.

Kloster St. Georg (Preis für Erwachsene 150 CZK, Ermäßigung 80 CZK, Familie 200 CZK)
Pulverturm (Preis für Erwachsene 50 CZK, Ermäßigung 25 CZK, Familienkarte 70 CZK)
Galerie der Prager Burg (Preis für Erwachsene 150 CZK, Ermäßigung 80 CZK, Familie 200 CZK)
Geschichte der Prager Burg (Preis für Erwachsene 140 CZK, Ermäßigung 70 CZK, Familie 200 CZK)

Prager Burg Tickets sind für zwei aufeinanderfolgende Tage gültig.

 

Öffnungszeiten der Prager Burg

Die meisten Sehenswürdigkeiten innerhalb der Prager Burg sind zwischen April und Oktober täglich von 9-17 Uhr geöffnet, zwischen November und März von 9-16 Uhr. Der Komplex als solcher ist ab den frühen Morgenstunden bis 23 Uhr oder Mitternacht geöffnet.

Sommersaison (April – September):

Der Burgkomplex ist täglich von 5 Uhr bis Mitternacht geöffnet. Sehenswürdigkeiten, für die ein Ticket benötigt wird, sind von 9-18 Uhr geöffnet. Die Gärten der Burg sowie der Wildgraben sind in April und Oktober von 10-18 Uhr geöffnet, in Mai und September von 9-19 Uhr, um August von 9-20 Uhr und in Juni und Juli von 9-21 Uhr.

Wintersaison (Oktober – März):

Der Burgkomplex ist täglich von 6-23 Uhr geöffnet. Sehenswürdigkeiten, für die ein Ticket benötigt wird, sind von 9-16 Uhr geöffnet. Die Gärten der Burg sowie der Wildgraben und die Terrasse der Reitschule sind geschlossen.

 

Tipps für die Prager Burg

Sicherheits-Check

Die längsten Warteschlangen können dort entstehen, wo die Besucher die Prager Burg vom Hradčanské-Platz aus betreten. Falls Sie lange Wartezeiten vermeiden wollen, dann ist es wahrscheinlich klug, die Prager Burg über den Eingang am Königlichen Park zu betreten. Steigen Sie an der Straßenbahnhaltestelle Královský letohrádek aus, also eine Station vor dem Halt bei Pražský hrad. Nach 16 Uhr und an Regentagen gibt es praktisch keine Warteschlangen.

Essen auf der Prager Burg

Es gibt eine begrenzte Auswahl an teureren Restaurants. Eine gute Idee wäre es, wenn Sie ihr eigenes Essen und auch Getränke mitbringen würden, was Sie aber auch in den Souvenirläden kaufen können.

Shopping auf der Prager Burg

Was das Shoppen angeht, verpassen Sie nicht einen Besuch im Goldenen Gässchen – aber seien Sie sich bewusst, dass diese einer der teuersten Einkaufsorte in Prag ist.

 Kommen Sie mit Kindern?

Dann könnten Sie das Spielzeugmuseum besuchen, das eine große Bandbreite an Spielsachen aus aller Welt beherbergt, angefangen vom antiken Griechenland bis zur Gegenwart.

Wann findet die Wachablösung statt?

Die feierliche Wachablösung mit einer Fanfare und dem Fahnenappell erfolgt täglich um 12.00 Uhr im ersten Innenhof. Die Wachablösung an den Burgtoren erfolgt stündlich von 7.00 bis 20.00 Uhr in der Sommersaison und von 7.00 bis 18.00 Uhr in der Wintersaison.

Ist es möglich, die Prunksäle zu besuchen?

Die Säle, die vom Amt des Präsidenten der Tschechischen Republik benutzt werden, sind in der Regel am ersten Samstag nach dem 8. Mai geöffnet.

Wann sind die Gärten geöffnet?

Die Gärten sind in der touristischen Sommersaison (1. April – 31. Oktober) kostenlos zugänglich. Die Südgärten öffnen in dieser Saison aus technischen Gründen ab dem 20. Juni.

Gibt es barrierenfreie Zugänge?

Historische Denkmäler und Ausstellungshallen, außer Türme (Daliborka-Turm, Weißer Turm, Pulverturm, Südturm des Doms) und der Wehrgang im Goldenen Gässchen bieten barrierefreie Zugänge.

– Wenn Sie die Prager Burg und andere Sehenswürdigkeiten in Prag allein besuchen möchten, sollten Sie sich eine Prag Discount Card kaufen, mit der Sie viel sparen können. Fragen Sie unseren Fahrer oder besuchen Sie unsere Webseite, um weitere Informationen zu erhalten.

– Das Informationszentrum befindet sich im dritten Hof.

 

Geschichte der Prager Burg

Die Burg geht auf das 9. Jahrhundert zurück, in dem Prinz Borivoj hier eine Siedlung gründete und befestigte. Im 12. Jahrhundert wurde ein romanischer Palast errichtet und während des 14. Jahrhunderts unter Karl IV.  Im gotischen Stil neu erbaut. Die letzte Rekonstruktion des Königspalastes erfolgte während der Herrschaft der Jagiellonen gegen Ende des 15. Jahrhunderts. In dieser Zeit wurde der berühmte Vladislav Saal errichtet, der im spätgotischen Stil konstruiert wurde (1497 bis 1500, durch den Bauherrn Benedikt Rejt). Die Burg wurde nach einem Feuer im Jahr 1541 im 16. Jahrhundert ausgebaut. Die Spanische Halle in einem neuen Teil der Burg wurde unter der Herrschaft von Rudolf XI errichtet und von Kaiserin Maria Theresia (1743 – 1780) zu ihrer jetzigen Form ausgebaut, die auf Plänen des Architekten M. Pacassi beruht. Nacht dem I. Weltkrieg wurden das Äußere und die Gärten von dem Architekten J. Plecnik neu angelegt.

 

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