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Scam City – Dokumentarfilm von National Geographic

Die Hauptstadt möchte eine Entschuldigung von den Produzenten des Scam City-Dokumentarfilms , da der National Geographic-Dokumentarfilm Prag als einen Ort voller Betrügereien porträtiert. Prags Vertreter beklagen sich darüber, dass der Moderator, Conor Woodman, in dem Dokumentarfilm angeheuerte Gehilfen eingesetzt und inszenierte Szenen mit ihnen gespielt hat. Wie aber die Story auf Stream.cz beweist, sind die von Woodman beschriebenen Praktiken Tatsache. Sie sind sogar noch wesentlich schlimmer.

Die Untersuchungsergebnisse der Polizei hinter den Kulissen des Dokumentarfilms Scam City, über die im Oktober berichtet wurde, provozierte heftige Reaktionen. Die Polizei sagt, dass Woodman nicht die tatsächlichen Verhältnisse, sondern künstlich geschaffene Szenen aufgenommen hat, deren Darsteller angeheuerte Akteure waren. Er nahm beispielsweise auf, wie ein Taxifahrer einen besonders hohen Preis für eine kurze Fahrt berechnet und wie ein Wurstverkäufer Wechselgeld auf einen Zweitausender-Schein herausgab, als wäre es ein Eintausender-Schein.

Die Verwaltung von Prag sagte, der Bericht sei manipulierend und nachteilig für die Stadt. Die Stadt entschied sich dann, einen Anwalt einzuschalten, der mögliche rechtliche Schritte vorbereitet. Der für Gesetzgebung zuständige Stadtrat Lukáš Manhart sagte, dass eine angemessene Entschuldigung erforderlich wäre. „Wir werden die Form der Entschuldigung besprechen“, wurde er von ČTK zitiert.

Es ist traurig, dass die Stadt darum kämpft, ihren Namen ins Reine zu bringen, wenn sie eher darum kämpfen sollte, die Situation zu verbessern und die Jahrzehnte alten Praktiken einiger unehrlicher Taxifahrer und Geldwechsler bei der Berechnung von Gebühren zu beseitigen.

 

Sie können in Wechselstuben handeln

Die Frage ist, ob Woodman in der Reportage tatsächlich gelogen hat, oder ob er nur tatsächliche Verhältnisse, allerdings mit Hilfe von angeheuerten Darstellern, gezeigt hat. Ein Reporterteam beschloss, dieser Frage nachzugehen. Im ersten Teil untersuchten sie die Wechselstuben in Prag, im zweiten Teil wurden die Taxifahrer untersucht. Das Ergebnis war in beiden Fällen schlechter als das, was vom National Geographic-Dokumentarfilm gezeigt wurde.

Ein Reporter, der vorgab, Ausländer zu sein, versuchte in mehreren Wechselstuben in Prag $ 300 umzutauschen. Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Er wurden ihm in einer Stube 5.432 Kronen für diesen Betrag angeboten, während es anderswo 4.493 Kronen waren – laut dem Angestellten am Schalter wegen der Provision von 20 Prozent.

Wie aber die Produzenten der Nachrichtenreportage herausgefunden haben, haben die Geldwechsler nicht immer einen festen Preis angeboten. Wenn sich der Darsteller abwandte und das Angebot ablehnte, bot der Angestellte in der Wechselstube an, die Provision auf die Hälfte zu reduzieren. In einer anderen Wechselstube wurde ihm ein besserer Preis versprochen, als er sagte, dass er in einer anderen Wechselstube mehr Geld bekäme.

Woodman versuchte in seiner Reportage, 50 Euro umzutauschen. In einer Wechselstube wurden ihm 1.220 Kronen angeboten, während es in einer anderen 903 Kronen waren.

 

Vier Kilometer mit dem Taxi für 800 CZK

In einem anderen Teil des Dokumentarfilms konzentrierten sich der Reporter und sein Team auf die Prager Taxifahrer. Sie entschieden sich, die Erfahrung von Woodman, der vom Wenzelsplatz zum Altstädter Ring fuhr und 754 Kronen bezahlte, zu überprüfen. Aber zu ihrer Überraschung berechnete ihnen der Taxifahrer 820 Kronen für die Fahrt, die etwa vier Kilometer lang ist. Der Preis pro Kilometer betrug also rund 195 CZK plus 40 CZK Startgeld.

Die Reaktion eines Stadtpolizisten, als Herr Rubeš – der immer noch vorgab, ein Ausländer zu sein – ihn um Hilfe bat, war beunruhigend. Er zeigte dem Polizisten sogar die Taxiquittung. Aber der Polizist zuckte schroff mit den Schultern und sagte, dass dies nicht Arbeit der Polizei sei.

Dann fragte der Produzent einen anderen Taxifahrer, wie viel er für eine Fahrt vom Wenzelsplatz zurück zum Altstädter Ring berechnen würde. Ihm wurde gesagt, dass die Fahrt 500 Kronen kosten würde. Der Tarif, der direkt am Taxi geschrieben stand, besagte, dass 1 km 28 Kronen kostet und das Startgeld 40 Kronen beträgt. Die vier Kilometer lange Fahrt würde also mit diesem Tarif rund 150 Kronen kosten.

 

Agentur gesteht ein: Teilnehmer werden manchmal bezahlt

Der Scam City-Dokumentarfilm hatte in der Tschechischen Republik im November letzten Jahres Premiere. Eine Filmagentur, Zig Zag Productions, hatte sie ein Jahr zuvor für National Geographic aufgenommen.

„Betrüger, die wir gefilmt haben, wurden nur auf den wahren Grund für unsere Produktion aufmerksam, nachdem Conor – der Hauptdarsteller – ein Opfer von Betrug wurde. Eine Benachrichtigung [der] Teilnehmer [über die] Aufnahmen ist gängige Praxis. Als Produktionsunternehmen benötigen wir ein Vollmachtsformular von allen Personen, die bei der Show mitwirken. Teilnehmer werden manchmal bezahlt, was ebenfalls gängige Praxis ist. Wir entschädigen sie [für] Einkommensverluste oder die Störung des Schauplatzes“, sagten Brent Baker und Peter Day, Produzenten des Unternehmens Zig Zag vor ein paar Wochen.

PAT

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