Loreta

LoretaDieser hübsche Barockschrein ist seit 1626 ein Pilgerort, als er von der böhmischen Adligen Kateřina von Lobkowicz gestiftet wurde.

Die Inspiration für den Loreta-Schrein war eine mittelalterliche Legende. Der Sage nach wurde 1278 das Haus der Jungfrau Maria in Nazareth auf wundersame Weise von den Engeln nach Loreto in Italien versetzt und so vor den Ungläubigen geschützt. Der Marienkult wurde zu einer wichtigen Waffe der Gegenreformation, und nach der Niederlage der Protestanten in der Schlacht am Weißen Berg 1620 wurden in Böhmen und Mähren etwa 50 andere Loreto-Schreine errichtet. Das Herz des Loreta ist die Santa Casa, eine Replik des Hauses der Jungfrau Maria. Es ist prunkvoll verziert und beinhaltet einen Balken und verschiedene Steine des italienischen Originals. Auf dem silbernen Alter (hinter einem Gitter) befindet sich eine kleine Ebenholzstatue der Madonna. Die prachtvollen Stuckreliefs italienischer Künstler zeigen Szenen aus dem Leben der Propheten.

LoretoDie wesentlich größere Christi-Geburt-Kirche wurde zwischen 1734 und 1734 von Kilian Dientzenhofer erbaut, mit Deckenfresken von Václav Reiner und Johann Schopf. Außergewöhnlicher sind die Überreste der Heiligen Felecissimus und Marcia, komplett mit Totenmasken. Die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Kreuzgänge wurden um 1740 von Dientzenhofer um ein Geschoss aufgestockt und boten einst Pilgern einen Übernachtungsplatz. In der Eckkapelle der Leidenden Madonna ist ein Gemälde von St. Starosta zu bewundern, einer bärtigen Frau, die um Gesichtsbehaarung bat, um unerwünschte Verehrer abzuschrecken, aber dann von ihrem Vater gekreuzigt wurde, deren Heiratspläne sie so zunichte gemacht hatte. In der Schatzkammer der Loreta ist eine berühmte Ausstellung von Gewändern und anderen religiösen Objekten zu bewundern, einschließlich einer Diamant-Monstranz, die 1699 in Wien aus mehr als 6200 Edelsteinen hergestellt wurde.

Adresse: Loretánské náměstí 7, Hradčany, Geöffnet Dienstag bis Sonntag 9-12.15 Uhr, 13-16.30 Uhr; www.loreta.cz

 

PAT

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Dieser Platz ist seit jeher voller Leben; heute ist dieser Stadtteil sowohl bei Tschechen als auch bei Besuchern aus dem Ausland beliebt und bietet zahlreiche Restaurant. Kneipen, Geschäfte, Entertainment, Galerien und Museen. Seine lange Geschichte reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück, während dessen der Platz der Kreuzungspunkt verschiedener Handelsrouten war und als Marktplatz diente. Er war zu dieser Zeit in ganz Europa bekannt.