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Kleinseite (Mala Strana)

Kleinseite

Dies ist Prags malerische Kleinseite, unterhalb der Burg gelegen, und in vielerlei Hinsicht die faszinierendste Gegend der Stadt. Seine vielen friedlichen, oft hügeligen, gepflasterten Gassen haben sich seit den alten Zeiten kaum verändert. Sie überziehen eine ganze Reihe von ruhigen Terrassengärten sowie den bewaldeten Laurenziberg und erstrecken sich bis zur Karlsbrücke, die mit der Altstadt verbunden ist. 

Die Kleinseite (Mala Strana), ursprünglich als die Prager Neustadt bezeichnet und später die kleinere Stadt Prag genannt, wurde von König Premysl Otakar II. im Jahre 1257 gegründet. Es gab hier allerdings bereits im 8. Jahrhundert eine Markt-Siedlung. Nach der Gründung der Stadt wurden die ursprünglichen Siedler von Kolonisten, meist ausländischer Nationalität, ersetzt. Karl IV. erweiterte die kleinere Stadt Prag durch andere Grundstücke, aber die Stadt blieb aufgrund mehrerer großer Brände, abgesehen von anderen Ereignissen, in wirtschaftlicher Hinsicht unterentwickelt und politisch von den Städten auf dem rechten Ufer der Moldau abhängig.  Ab dem 16. Jahrhunderts begannen sich hier allmählich Feudalherren und kirchliche Orden anzusiedeln, die der Stadt nicht nur in architektonischer Hinsicht ihr heutiges Aussehen gaben. Als Folge davon umfasst dieser Teil der Stadt den Wallenstein-Palast (Valdstejnsky palac) mit seinem Garten, die St.-Nikolaus-Kirche (chram sv. Mikulase), Thun (palac Thunovsky), Buquoy (Buquoysky), Fürstenberg (Furstenbersky), Hartig (Hartigovsky), Kaiserstein (Kaiserstejn sky), Kolowrat (Kolowrat sky), Lichtenstein (Lichtenstejn sky), Schönborn (Schonbornsky), die Lobkowitz Paläste (Lobkovicky palac) und viele andere. Es gibt oft mehrere Paläste pro Dynastie. Dies ist auch einer der Gründe, warum dieser Teil der Stadt der Amtssitz vieler Botschaften wurde, aber auch des tschechischen Parlaments und der Regierung, die sich in den Gebäuden der ehemaligen “Straka-Akademie” befindet. (Strakova akademie).

Als berühmtester Wallfahrtsort Prags und bekanntester Wallfahrtsort ganz Böhmens gilt die frühbarocke Kirche der Siegreichen Jungfrau Maria in der Karmelitenstraße auf der Prager Kleinseite. Im Interieur der Kirche befindet sich eine relativ kleine Statuette aus Wachs, die das Jesuskind darstellt und weltweit als das Prager Jesulein bekannt ist. Die im Renaissancestil gehaltene Statuette wurde von der Adeligen Polyxena von Lobkowicz in Spanien erworben und den Prager Karmelitermönchen geschenkt. Seit 1628 befindet sie sich in einem silbernen Schrein auf dem rechten Seitenaltar. Das Jesulein ist in ein mit Stickereien reich verziertes Gewand gekleidet. Außerdem besitzt es viele weitere Gewänder, alle wehr wertvoll und in vielen Farben, als das wertvollstes gilt jenes „Kleidchen“, das die österreichische Kaiserin Maria Theresia eigenhändig für das Prager Jesulein gestickt hatte.

 

Besuch der Kleinseite

Die U-Bahn-Station Linie A, Malostranská, bringt Sie zur Kleinseite. Es ist die am zentralsten gelegene Haltestelle. Aber es gibt keine bessere Art zur Kleinseite zu gelangen, als ein schöner Spaziergang von der Burg bergab oder ein beliebter Bummel von der Altstadt über die Karlsbrücke und weiter über die Mostecká-Straße zum Kleinseitner Platz. Alternativ können Sie die Straßenbahn Nummer 22 von der Národní třída (direkt neben dem Nationaltheater) nehmen und zwei Haltestellen später direkt unter der Petřín-Standseilbahn zum Laurenziberg aussteigen.

 

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