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Terezin (Theresienstadt)

Terezin (Theresienstadt)Terezin ist eine frühere Garnisonsstadt, die von Kaiser Josef II. als Festungssystem zum Schutz des Königreiches vor Preußen gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Stadt wurde vollkommen umgebaut und im Zweiten Weltkrieg in ein Jüdisches Ghetto umgewandelt, das für viele Juden ein Zwischenlager auf dem Weg ins Konzentrationslager Auschwitz war. Am Kriegsende hatten rund 150.000 Juden Terezin passiert, weitere 35.000 starben an Krankheiten und Hunger. Gleichzeitig nutzten die Deutschen Terezín für ihre fehlgeleiteten Propagandazwecke und überzeugten Vertreter des Roten Kreuzes davon, dass die Stadt ein florierendes kulturelles und wirtschaftliches Zentrum sei. Heute erinnert Terezin an die dunkle Geschichte des Zweiten Weltkrieges und dessen jüdische Opfer.

 

Tipp: Wenn Sie den Besuch von Theresienstadt im Rahmen einer Tour mit Fremdenführer von Prag aus in Erwägung ziehen, empfiehlt es sich, eine Privattour mit flexiblen Zeiten zu buchen (prüfen Sie die aktuellen Angebote von Prague Airport Transfers). Die meisten regelmäßigen Gemeinschaftstouren sind oft etwas hektisch und gewähren Ihnen nur zwei Stunden Zeit zur freien Verfügung. Ein Minimum von drei Stunden ist aber dort empfehlenswert. 

Theresienstadt

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die einstige Garnisonstadt zum Internierungslager für die jüdische Bevölkerung aus ganz Europa, die Kleine Festung zum berüchtigten Gefängnis der Prager Gestapo. Das  heutige Mahnmal von Theresienstadt soll an alle Opfer des Nationalsozialismus erinnern und als Memento der neuen europäischen Geschichte verstanden werden.

Die Gedenkstätte Theresienstadt

Die Gedenkstätte TheresienstadtVom Boden aus kann man sich die schiere Größe des Labyrinths an Mauern und Gräben, die die Hauptfestung (Hlavní pevnost) umgeben, kaum vorstellen – vor allem, weil die eigentliche Stadt sich in dessen Innerem befindet. Wenn man mit dem Bus oder Auto ankommt, denkt man vielleicht, dass der Hauptplatz sich kaum von dem hundert anderer Städte unterscheidet.  Wenn Sie sich die Luftaufnahme im Ghetto-Museum ansehen oder an der Mauer entlang zur kleineren Festung spazieren, bekommt man einen ganz anderen Eindruck.

Im Herzen der Hauptfestung befinden sich Straßen im Schachbrettmuster, die die Stadt Terezín ausmachen. Außer der klotzigen Wiederauferstehungskirche aus dem 19. Jahrhundert, den Arkaden des früheren Kommandantenbüros und den neoklassizistischen Verwaltungsgebäuden am Platz und den Häusern in der Umgeben mit ihren schrecklichen Geheimnissen, gibt es kaum etwas zu sehen. Südlich des Platzes befinden von Gefangenen gebaute Bahngleise, auf denen weitere Gefangene ankamen und abtransportiert wurden.

Die wichtigste Sehenswürdigkeiten ist das herausragende Ghetto-Museum (Erwachsene/Kinder 160/130 CZK; April – Oktober 9-18 Uhr, November – März 9-17.30 Uhr), das über zwei Gebäude verfügt. Im Hauptgebäude werden die Entstehung des Nationalsozialismus und das Leben im Ghetto von Terezín mit zeitgenössischen Ausstellungsstücken bewegend nachvollzogen. Das Gebäude wurde im 19. Jahrhundert als Schule errichtet und beherbergte in der Nazizeit das Lager für Jungen im Alter von 10 bis 15. Die tief bewegenden Bilder, die diese Jungen auf die Wände gemalt haben, sind auch heute noch zu sehen.

Die Gedenkstätte TheresienstadtEin neuerer Teil des Museums befindet sich in den ehemaligen Magdeburger Barracken (Magdeburská kasárna), die als Sitz des jüdischen „Stadtrats“ dienten. Hier kann man einen nachgebauten Schlafsaal besichtigen und Ausstellungsstücke aus dem außerordentlich reichen kulturellen Leben (Musik, Theater, Malerei und Literatur) bewundern, das trotz des fürchterlichen Hintergrunds existierte. Außerdem gibt es eine Ausstellung im bedrückenden Krematorium (Krematorium; geöffnet 10-18 Uhr  So-Fr von April bis Oktober, bis 16 Uhr So-Fr von November bis März) auf dem Jüdischen Friedhof bei Bohušovická brána, etwa 750 Meter südlich des Hauptplatzes.

Das Ghetto-Museum bietet ausgezeichnete Museumsführer in mehreren Sprachen, eine große Auswahl an Büchern zum Verkauf und Museumsführer (einige von diesen sind Überlende des Ghettos). Man kann die kleinere Festung auf eigene Faust besichtigen (Malá pevnost; Erwachsene/Kinder 160/130 CZK; Geöffnet 8-18 Uhr April bis Oktober, bis 16:30 Uhr von November bis März) und sich die Gefängnisbaracken, Isolationszellen, Werkstätten und Leichenhallen ansehen, sowie die Hinrichtungsstätten und ehemaligen Massengräber. Man kann sich kaum einen bedrückenderen Ort vorstellen, und nur wenn man durch die endlos scheinende Tunnel unter den Mauern läuft, erkennt man die wahren Dimensionen dieser Festung. Der Wahlspruch der Nazis für dieses Lager war voller Hohn: „Arbeit Macht Frei“ steht über den Toren. Vor der Festung befindet sich ein Nationalfriedhof, der 1945 eröffnet wurde und in dem sich heute die Überreste der aus den Massengräbern exhumierten Opfer der Nazis befinden.

Eintritt: Ein Kombinationsticket für das Ghetto Museum und die kleinere Festung kostet 200/150 CZK.

Die Stadt Litoměřice, nur wenige Kilometer von Terezín, lohnt ebenfalls einen Besuch. Sie ist vor allem für ihren Wein bekannt und eine der ältesten tschechischen Städte am Fluss Labe.

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Essen in Theresienstadt

Das Memorial Cafe und Restaurant, das tschechische Gerichte serviert, ist die einzige Möglichkeit. Mahlzeiten kosten zwischen 130 und 300 CZK. Eine bessere Möglichkeit ist, nach Litoměřice zu gehen, was nur 3 km nördlich liegt. Auf dem Stadtplatz gibt es eine Auswahl an guten Restaurants. 

 

Informationszentrum

Adresse: náměstí Československé armády 179; www.terezin.cz. Öffnungszeiten: Mo-Do von 08:00 bis 17:00 Uhr, Fr von 8:00 bis 13:30 Uhr, So von 9:00 bis 15:00 Uhr, Sa geschlossen. 

 

Anreise aus Prag

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Theresienstadt liegt etwa 60 km nordwestlich von Prag und man gelangt am besten mit dem Bus oder im Rahmen einer gebuchten Tour mit Abholung vom Hotel dorthin. Busse nach Theresienstadt fahren stündlich vom Bahnhof Holešovice in Prag ab. Wenn Sie mit der U-Bahn ankommen, gehen Sie in Richtung des vorderen Teils des Zuges und dann die Treppe hinauf, wo sie anschließend rechts abbiegen und bis zum Ende des Korridors gehen. Sie sehen dann die Busse direkt vor sich. Der Bus nach Theresienstadt fährt von der Plattform 7 ab (Sie sollten Ihr Ticket beim Fahrer kaufen und in Richtung Litoměřice fahren).

Wenn Sie den Bus nehmen, sollte die Reise etwa 50 Minuten in Anspruch nehmen. Sie werden an der Bushaltestelle in der Nähe des Museums des Gettos ankommen. Gelegentlich hält der Bus aber früher, und zwar außerhalb der Kleinen Festung, aber die Tour auf eigene Faust klappt besser, wenn Sie an der Haltestelle in der Stadtmitte aussteigen (Sie erkennen diese Haltestelle, denn es ist die, welche direkt, nachdem der Bus auf der rechten Seite ein Feld passiert hat, das mit Kreuzen gefüllt ist, folgt, bevor er dann über den Fluss fährt).

 

 

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